Wenn Schülerinnen und Schüler das Wort ergreifen

Jubelnd stehen sie da: die Sieger der Regionalrunde vom Filder Benden, Emil und Laura. Erster Platz in der Sek I und zweiter Platz in der Sek II. Am 13.02.26 spielt sich alles im Rathaus Dinslaken ab.

Vor der Debatte ist die Lage angespannt. Alle bereiten sich vor und sind bereit für den kommenden Diskurs. Als dann die Debattanten in den Hauptsaal kommen, sehen sie einen edel eingerichteten Saal mit ca. 80 Personen, die voller Erwartung auf die Debatten warten. In der Ecke steht ein Flügel und vorne in der Mitte sind die Rednerpulte aufgebaut. Dann soll es auch schon beginnen. Der Bürgermeister stimmt die Zuschauer vor Ort mit einer Rede auf die Diskurssion ein. Er wünscht den Schülerinnen und Schülern noch kurz Glück – und dann geht es los! Die Vorfreude und das Selbstvertrauen der Debattanten sind direkt spürbar.

Das Regionalfinale ist die vierte Stufe auf dem Weg ins Finale. Nachdem sich einige Debattanten aus den einzelnen Schulen durchgekämpft haben, müssen sie die Qualifikation überstehen – und schon stehen sie in Dinslaken. Doch was ist „Jugend debattiert“ genau? „Jugend debattiert“ ist ein Wettbewerb unter Schülern der jeweiligen Altersklassen. Es gibt davon zwei Stück, die Sek I (8.–10. Klasse) und die Sek II (Oberstufe). Es gibt unterschiedliche Runden, durch die man sich hochdebatieren muss. Es startet alles mit der Schulqualifikation und dem Schulfinale. Danach geht es in die Regionalqualifikation und das Regionalfinale, bei uns ist das Düsseldorf 1. Danach kommt die Landesrunde (NRW) als Qualifikation und Finale. Zum Schluss kommen die Bundesqualifikation und das Bundesfinale. Die Debatten sind genau getaktet: Es gibt immer zwei Debattanten auf der Pro-Seite und zwei auf der Contra-Seite. Vor dem Diskurs ziehen sich die Debattanten noch einmal für 20 Minuten zurück, um sich gemeinsam vorzubereiten (z. B. Argumente, Beispiele, Statistiken und mögliche Entkräftungen). Der Disput startet mit einer zweiminütigen Eröffnungsrede von jedem Teilnehmer. Darauf folgt die freie Aussprache sowie eine einminütige Schlussrede von jedem Diskutanten.

Die Sek I startet am Finaltag in Dinslaken mit dem Thema, ob Privatgärten verpflichtend insektenfreundlicher gestaltet werden sollten. Es ist eine sehr ausgeglichene Diskussion, in der Emil und Emilia gute Chancen haben. Einige Minuten später gibt es schon das Feedback der Jury. Es ist sehr eng, und noch ist keinem klar, wer als Sieger hervorgehen wird. Die Spannung ist deutlich spürbar – niemand sagt ein Wort, und alle fragen sich, wer nun gewonnen hat.

Kurz darauf folgt die Sek II mit dem Thema, ob es eine Kontaktgebühr von vier Euro bei einem Arztbesuch geben sollte. Auch hier ist es eine sehr enge und spannende Debatte, vor allem zwischen dem Adolfinum und dem Filder Benden. Nach der Debatte erzählt uns die Debattantin Laura vom GFB, dass sie sehr erleichtert ist, da sie die Debatte ohne größere Fehler überstanden hat. Auf die Frage, wie sie sich vorbereitet hat, meint sie, dass sie sich ca. 10–11 Argumente mit Studien und Statistiken herausgesucht hat und diese dann auswendig gelernt hat.

Die Spannung steigt weiter, und es gibt noch ein paar musikalische Einstimmungen auf die Siegerehrung. Die Plätze werden von hinten nach vorne bekannt gegeben, und schnell ist klar, dass das Filder ganz vorne mitspielt. Die Freude ist groß, als bekannt wird, dass in der Sek I das Filder Benden den ersten und dritten Platz belegt, mit Emil auf dem ersten und Emilia auf dem dritten. In der Sek II holt Laura den zweiten Platz für das Filder Benden. Sie erzählt uns auch ihre Ziele für die nächsten Runden: „Einerseits hofft sie ins Landesfinale zu kommen. Andererseits sagt sie, dass egal in welcher Runde sie ist, sie immer ihre volle Leistung abrufen will.“ Ihr ist die Freude buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Auch die anderen Lehrer und Schüler des Filder Benden sind sehr erfreut.

Alle sind sehr erfreut und stolz auf ihre Leistung. Die Enttäuschung derjenigen, die nicht weitergekommen sind, ist sehr groß. Jeder bekommt von der Schulleiterin des benachbarten Gymnasiums Blumen und eine Urkunde. Sie beglückwünscht alle Sieger. Auch sie ist deutlich erfreut über den glatten Ablauf der Debatten an diesem Nachmittag. Darauf sammeln sich die Lehrer und Schüler vom GFB vorne in der Mitte und machen noch ein abschließendes Siegerbild. Wobei jeder ein breites Lächeln hat und die Sieger halten dazu noch ihre Urkunden wie Trophäen in den Händen.

Auch in der Landesqualifikation kann sich Emil vom Filder behaupten. Nach mehreren spannenden Augenblicken in der Landesqualifikation qualifiziert er sich sogar für das Landesfinale in Düsseldorf. Damit ist er der erste Schüler am GFB, der sich für das Landesfinale qualifiziert. Dies ist ein neuer Meilenstein in der Geschichte des Filder Benden. Er debattiert bald mit drei anderen Mitstreitern aus NRW um den Einzug in die Bundesqualifikation. Auch unsere Schule wird mit 20 Zuschauern vor Ort sein, um die Debatte zu verfolgen. Unsere Schule wartet gespannt auf das Ergebnis der Debatte und das Beste für unseren Schüler.

Alexander Suthoff, Malik Sallay, Emil Dachrodt