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„Welcome to Moers!“: Besuch aus Japan am Filder Benden

Vorfreude und doch eine gewisse Nervosität liegen in der Luft. Um 19 Uhr rollt der Zug aus Berlin in den Bahnhof. Die Türen öffnen sich, unser Schulleiter Arndt van Huet steigt aus, und ihm folgt eine Gruppe voller erwartungsvoller Gesichter: Das GFB erwartet Gäste aus Japan. Begrüßungsschilder, selbst gemalt und mit Glitzersteinen beklebt, werden hochgehalten. Dann Umarmungen und Kennenlernen. Willkommen in Deutschland.

Zweiter Tag: 8 Uhr am Filder Benden. Nach einer ersten Begrüßung von Projektleiterin Frau Knapp-Hartmann werden die Japaner von ihren deutschen Austauschschülern zu unterschiedlichen Klassen begleitet, damit sie Unterricht an deutschen Schulen erleben können. Englisch und Musik mit der EF und Französisch mit den 7. Klassen. Danach ist es Zeit für das Mittagessen: Pizza für alle! Doch lange hält die Pause nicht an, denn dann geht es schon wieder los. In der evangelischen Stadtkirche hält Frau Kolbe Vennemann einen Begrüßungsgottesdienst. Sie erzählt von der Moerser Geschichte und der Entstehung der christlichen Konfessionen. Für einige ist der Besuch der Kirche der erste Punkt auf der To-do-Liste, den sie abhaken können, denn Architektur und Geschichte sind beliebte Themen bei den Gästen.

Scheinwerfer an und rauf auf die Bühne: Am dritten Tag verwandelt sich die Aula vormittags in ein Theater, und für die Japaner gibt es die Möglichkeit, an einem Improtheater teilzunehmen. Mit Frau Pauly erarbeiten sie kleine Improvisationen, die in naher Zukunft noch nützlich werden. Danach können die Schüler im Otto-Pankok-Museum in Hünxe nach einer kurzen Führung ihre Kreativität in kleinen Workshops zur Schau stellen: Platten, die ausgehöhlt, mit Linolfarbe bestrichen und anschließend auf Blätter gedruckt werden, oder das Zeichnen mit Kreide. Bevor der Abend näher rückt, folgt noch ein weiterer Ausflug nach Xanten mit einem Döner-Essen als Highlight.

Eine ungewohnte Situation für Schüler des GFB: Abends in der Schule. Im Rahmen des Begegnungsabends treffen alle Gastfamilien samt japanischer Gäste zusammen. Beginnend mit einer Rede von Herrn van Huet und im Anschluss auch durch eine Ansprache eines Besuchs aus dem Moerser Rathaus, beides live auf Japanisch übersetzt von Frau Knapp-Hartmann, wird der Abend eingeleitet. Dann kommen die Theater-Skills, gelernt bei Frau Pauly, ins Spiel. Mit Instrumenten und viel Spaß gibt es eine kleine Vorführung, begleitet von mehreren Gesangseinlagen des Unterstufenchors und weiteren freiwilligen musikalischen Beiträgen von Schülern des GFB. Der Hunger wird mit deutschem, gegrilltem Essen gestillt, wonach es dann Zeit für kulturellen Austausch, wie man ihn nicht alle Tage kennt, gibt. Abgerundet wird der Abend dann mit Karaoke, wobei die Songauswahl von Disney bis hin zu deutschem Schlager reicht.

Einige Tage später dann der Abreisetag – Tränen fließen: Es ist Zeit für den Abschied, aber vorher noch ein letztes Abenteuer. Morgens scheint die Sonne auf den Duisburger Hauptbahnhof, als der Ausflug nach Köln losgeht. Nach einer etwa zweistündigen Fahrt geht es nach einem kleinen Abstecher zum Kölner Dom in das Deutsch-Japanische Kulturministerium. Im Anschluss an die Begrüßung durch den Vorstand des Ministeriums gibt es eine Führung. Ein großer Kinosaal für japanische Filmproduktionen und Stücke sowie eine ganze Bibliothek voller japanischer Literatur. Weiter geht’s ins Schokoladenmuseum, und danach gibt es Abendessen. Die letzten Stunden mit neu gefundenen Freunden brechen an. Die Stimmung nimmt einen melancholischen Ton an. Niemand möchte sich verabschieden, aber die Zeit vergeht wie im Flug, und so kommt es, wie es kommen muss, und es kommt auch zu den vermiedenen Verabschiedungen. Versprechen, in Kontakt zu bleiben oder die Gäste in Japan zu besuchen, fallen. Eine Woche voller neuer Erfahrungen und Spaß. Eine Reise, die wahrscheinlich noch lange als „best trip of my life“, Zitat eines der japanischen Austauschschüler, in Erinnerung bleiben wird.

von Mina Schoger und Romy Grothoff

Romy Grothoff

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